STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Presseberichte

Die Vielfalt der Kunst

Jürgen Rammelt
(aus: Ruppiner Anzeiger; 07.11.2022)

KULTUR Die 25. Lange Nacht der Künste in Rheinsberg lockte am Sonnabend mit 31 Veranstaltungen an 18 unterschiedlichen Orten. Von Jürgen Rammelt
Es war fast wie früher: Während vergangenen Herbst die Lange Nacht der Künste wegen Corona nur in abgespeckter Form stattfinde konnte, erlebte das Spektakel am Sonnabend eine gelungene Neuauflage. Auch diesmal hatte das Publikum die Qual der Wahl, denn es war schier unmöglich, alle 31 Veranstaltungen an den 18 unterschiedlichen Orten zu besuchen.

Der Erlös der Langen Nacht geht an die Freunde des Rheinsberger Gartenreichs.
Die lange Kunstnacht hat Tradition. Der benefiz-Gedanke entstand 1997 aufgrund der Oderflut. Zwölf Veranstaltungen standen bei der ersten „Langen Nacht“ auf dem Programm. Die Idee des Kunst- und Kulturvereins (KuK) war so erfolgreich, dass beim zweiten Mal, 1998, schon über 400 zahlende Besucher kamen. Bei der dritten Auflage, im Jahr darauf, waren es schon 23 Veranstaltungen, die auf dem abendlichen Programm standen.
Los ging es diesmal bereits um 13 Uhr. In der musikakademiekonnten Kinder die vielfältigen Musikinstrumente bei einer Führung bestaunen und ausprobieren. Und in der Schlossgärtnerei waren es die Zitronen und andere exotische Gewächse, die in der Orangerie des Prinzen Heinrich bestaunt werden konnten. Außerdem gewährten einheimische Künstler wie Harald Kolb, Shamil Gimajew und Silke Thal einen Blick in ihre Ateliers und präsentierten ihre Arbeiten.
Es gab Konzerte, Lesungen sowie Führungen im Schloss, im Haus der Stadtgeschichte und in der Kirche. Im Keramikhaus Rheinsberg konnten Besucher mittels der Raku-Technik Gefäße herstellen und in der Tucholsky-Buchhandlung wurde der neue Kalender des Vereins Stadtgeschichte zu Rheinsberger Wanderwegen vorgestellt. Versteckte Texte gab es im Kurt Tucholsky Literatur Museum zu entdecken und wer sich für die Sammlung des Kunst- und Kulturvereins interessierte, der konnte sich mit Peter Böthig auf Schatzsuche begeben.
Offiziell eröffnet wurde die lange Kunstnacht mit einem Konzert im Schlosstheater. Weitere Höhepunkte waren der Auftritt von Quietschfidel in der Werkstatt des Geigenbauers Jan Dayß, ein Vortrag zur Restaurierung der Türen im Spiegelsaal und das nächtliche Konzert der Bigband der Kreismusikschule Neuruppin. Aber auch das Puppentheater Karotte mit dem Stück „Der gestiefelte Kater“ sowie ein antiquarisches Bücherangebot und weitere Vorträge fanden regen Zuspruch.
Der Reinerlös der Landen Nacht der Künste dient einem guten Zweck: Das Geld kommt jedes Jahr Rheinsberger Kultureinrichtungen oder Vereinen zugute. Seit 1998 zählten die Organisatoren über 8000 zahlende Besucher. Der Benefiz-Erlös beträgt, mittlerweile rund 80.000 Euro. Der Reinerlös der diesjährigen Langen Nacht geht an die AG Freunde des Rheinsberger Gartenreichs, um eine illustrierte Landkarte zu finanzieren. Die fertige Karte, die am Sonnabend im Rahmen einer Führung vorgestellt wurde, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landesforst Brandenburg, der Stadt Rheinsberg, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und des KuK Rheinsberg. Sie zeigt das Rheinsberger gartenreich. Dieses ist ein Einzeldenkmal und erstreckt sich weit über die Schlossinsel, den Lustgarten, die Boberow-Kabeln und den weitläufigen Boberow-Wald. Letztere sind heute Gebiete, die der Forst gehören. Aber auch die Stadt Rheinsberg, die Remus-Insel, das Gut Schlaborn oder die ehemalige Zechliner Glashütte sind Teil dieser gestalteten Landschaft.

Fotos:
[o.l.:] Die Malerin Silke Thal zeigte im Rahmen der Langen Nacht der Künste Bilder, die während der Kammeropersaison entstanden sind.
[o.r.:] Harald Kolb gewährte einen Blick in sein Atelier.
[u.l.:] Frank Krüger zeigte Neues von alten Dingen, hier ein Messgerät.
[u.r.:] Im Atelier von Schamil Gimajew gab es Gemälde und Piroggen.
Fotos (4): Jürgen Rammelt

 
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