STADTGESCHICHTE RHEINSBERG  e. V.
 
 
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Bilder aus Rheinsberg kommen unter den Hammer

Brian Kehnscherper
(aus: Ruppiner Anzeiger; 01.10.2021)

Bilder aus Rheinsberg kommen unter den Hammer Kunst Hildegard Frede malt leidenschaftlich gern Landschaftsmotive aus dem Rheinsberg.56 ihrer Bilder werden nun versteigert. Von Brian Kehnscherper Die gusseiserne Umfriedung des Obelisken am Grienericksee nimmt die rechte Bildhälfte ein. Ein griechischer Helm ist am oberen Bildrand zu sehen. Die Fluchtlinien weisen über den See auf das Schloss Rheinsberg. Hildegard Frede hat viele solcher Motive aus der Prinzenstadt und ihrer Umgebung festgehalten. Oft sind es die Seen, bei Sonnuntergang, am Morgen, im Sommer, im Herbst, aber auch Wilder im Winter sowie Stillleben und neuerdings sogar abstrakte Werke, die die 81-Jährige malt. Ihr Stil wirkt oft impressionistisch, einige Bilder entfalten aber auch eine nahezu fotorealistische Wirkung. 56 ihrer Malereien sind seit Kurzem in der Rheinsberger Remise zu sehen. Einige sind bereits verkauft. Der Rest soll am 9. Oktober am Rande des Rheinsberger Töpfermarktes versteigert werden. Schon als Kind talentiert Hildegard Frede wurde das Talent zur Malerei schon in die Wiege gelegt. ,,Meine Lehrerin hat in der ersten Klasse zu mir gesagt, ich solle meine Bilder selber malen und nicht malen lassen. Ich war empört", sagt sie. Ihre Mutter ermahnte sie, ihr Talent mit einem nützlichen Beruf zu verbinden. Also lernte sie erst den Beruf der technischen Zeichnerin, um noch ein Fernstudium zur Grafikerin zu absolvieren. Sechs Jahre lang arbeitete sie in der Uhrenindustrie der DDR später für die Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft (Dewag) in Leipzig. Weil sie dort 1969 zum 20. Jahrestag der DDR eine Karikatur von einem Grenzsoldaten, der über die Mauer flieht, reproduzieren wollte, schwärzte sie offenbar ein Mitarbeiter bei der Staatssicherheit an. Sie wurde wegen Verächtlichmachung und Herabwürdigung der DDR politisch inhaftiert. Später, nach 18 Ausreiseanträgen, durfte sie in den Westen. Dort arbeitete sie bis zu ihrem Ruhestand als Werbeleiterin eines Werbehauses. Von Spanien nach Rheinsberg Ihren ersten Kontakt mit Rheinsberg hatte Frede im alter von 25 Jahren, als sie auf dem Zeltplatz Eckernkoppel Urlaub machte. „Rheinsberg blieb mir gut in Erinnerung", sagt sie. Dennoch sollte es noch einige Zeit dauern, bis sie die Prinzenstadt wiedersehen sollte. Als sie 60 Jahre alt war, zog sie für sechs Jahre nach Spanien, um dort ihren Ruhestand zu genießen. Anschließend lebte sie für acht Jahre an der Nordsee, bevor sie beschloss, nach Rheinsberg zu ziehen. Seit sieben Jahren lebt sie inzwischen in ihrer neuen Heimat. „Spanien hatte gegen Rheinsberg keine Chance", sagt sie. Ihre Liebe zu den Landschaften schlägt sich in ihren vielen Bildern nieder. Drei Stunden am Tag verbringt sie mit dem Malen. „Dann geht mir die Luft aus" sagt sie. Für ein Bild benötigte sie insgesamt 20 bis 30 Stunden. Am liebsten malt sie im Herbst, wenn alles bunt ist. Auch Abendstimmungen gefallen ihr gut, wenn die Sonne tief steht und die Schatten lang sind. Wenig überraschend verehrt sie die Impressionisten, allen voran Monet. Erlös für Eiskeller-Sanierung Den Erlös aus dem Verkauf ihrer Bilder erhält der Verein Stadtgeschichte. Dieser saniert derzeit den ehemaligen Eiskeller auf dem Hinterhof seines Hauses der Stadtgeschichte an der Seestraße. Zudem hat der Verein jüngst eine große Sammlung historischer Objekte von Helmut Plunze gekauft. Das Geld kann der Verein also gut gebrauchen. Den Kontakt zu den Hobbyhistorikern hatte einst der Leiter des Tucholskymuseums Peter Böthig hergestellt. 2017 verkaufte Frede einige ihrer Bilder zu Gunsten des Tucholskymuseums. Böthig fragte damals Hans-Norbert Gast vom Geschichtsverein, ob er die Versteigerung moderieren wurde. Gast tat dies unter der Bedingung, die Malerin erst kennenzulernen, um zu sehen, ob die Chemie stimmt. Sie stimmte. Gast warb die Rentnerin schließlich sogar als neues Vereinsmitglied an. Freundschaftspreise Bereits 2019 versteigerte sie einige ihre Bilder zu Gunsten des Vereins. Nun kommen erneut Malereien von ihr unter den Hammen Sie kosten zwischen 90 und 150 Euro. „Berechnet man den Materialpreis und die Stundenzahl, die Frau Frede für ein Bild braucht, ist das weit unterbezahlt. Es ist ein Freundschaftspreis. Die Rheinsberger sollen sich die Bilder auch leisten können", sagt Hans-Norbert Gast. Die Versteigerung findet am Sonnabend, 9. Oktober, ab 14 Uhr in der Remise statt. Bild oben: Hildegard Frede verkauft 56 ihrer Malereien, überwiegend mit Landschaftsmotiven aus Rheinsberg, zu Gunsten des Vereins Stadtgeschichte. Vereinsmitglied Hans Norbert Gast ist dankbar für die Unterstützung. Kommentar mittig: die Rheinsberger sollen sich die Bilder leisten können. Hans Norbert Gast Verein Stadtgeschichte

 
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