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Zuerst verliebt, dann verzaubert

(aus: Ruppiner Anzeiger; 25.01.2021)

Zuerst verliebt, dann verzaubert
Kunst Hildegard Frede ist Malerin aus Leidenschaft. Aus dem Urlaubsort Rheinsberg ist irgendwann ihr Heimatort geworden. Zwei berühmte Persönlichkeiten hat sie in Szene gesetzt. Von Jürgen Rammelt
Hildegard Frede, die in wenigen Tagen ihren 81. Geburtstag feiert, hat in ihrem Leben viel erlebt. Nur nicht eine Zeit, wie sie jetzt mit der Corona-Pandemie dahergekommen ist. Aber da es kein rundes Geburtstag-Jubiläum ist, wird der Tag fast wie jeder andere vergehen. Geboren wurde sie in Leipzig, wo sie auch die Schulde besuchte. Während dieser Zeit fiel ihr malerisches Talent auf. „Die Lehrerin sagte einmal, ich sollte doch meine Bilder selbst malen“, erinnert sich Frede. „Sie war der Meinung, dass meine Eltern bei den Schulaufgaben geholfen haben, was im Fall der Malerei aber nicht der Fall war.“ Als es darum ging, einen Beruf zu erlernen, wollte Hildegard Frede Kunstmalerin werden. Aber ihre Mutter intervenierte: „Künstler haben niemals Geld, erklärte mir meine Mutter“. So erlernte sie schließlich den Beruf einer Technischen Zeichnerin. Später studierte sie in Amsterdam Grafik und Buchkunst. Es war die richtige Entscheidung. Viele Jahre arbeitete Hildegard Frede in namenhaften Firmen. Sie entwarf Flyer und Werbeplakate, bunte Prospekte, Anzeigen und sorge so mit ihrem Talent für den Erfolg ihrer Arbeitgeber. Was die Liebe betrifft, ist die Leipzigerin kein Kind von Traurigkeit. 1958, sie ist gerade 18 Jahre alt, verlässt sie mit ihrem ein Jahr jüngeren Freund die DDR in Richtung Stuttgart. Sie heiraten. Aber ihre erste große Liebe ist in Leipzig zurückgeblieben. Der Mann war verheiratet und als seine Ehe geschieden wird, lässt sie sich ebenfalls scheiden und kehrt nach Leipzig zurück. Die wahre Liebe. Danach beginnt das Rheinsberg-Kapitel. Es ist der Campingplatz Eckernkoppel, auf dem Hildegard Frede, und ihr Partner in den Folgejahren schöne Urlaubstage verleben. Vor allem die Natur mit den Wäldern und den Seen hat es ihnen angetan. Und so war es die Inspiration, dass Hildegard Frede, inzwischen verwitwet, vor sieben Jahren den Entschluss fasste, in Rheinsberg sesshaft zu werden. Inzwischen hat sie die Stadt und die Umgebung in ihr Herz geschlossen und das Malen als Leidenschaft entdeckt. „Nirgendswo ist es so schön wie in Rheinsberg“, zeigt sie sich überzeugt. „Wenn ich heute durch die Gegend laufe, dann nur mit den Augen einer Malerin“, sagt sie. Besonders seit sie in Rheinsberg wohnt, hat Hildegard Frede unzählige Bilder gemalt. Es ist die Acryl-Technik, der sie sich widmet. Ihre Motive sind vor allem Landschaften, aber auch immer wieder Stadtmotive, auch Stillleben, Porträts von Familienmitgliedern und Freunden sowie expressionistische Darstellungen. Bilder werden versteigert. Inzwischen ist auch längst der Verein Stadtgeschichte auf die Malerin aufmerksam geworden. Vor allem für die historischen Ansichten, die die Malerin auf die Leinwand gezaubert hatte, interessiert sich der Verein. Es entstand eine Freundschaft, die Früchte trug. So malte Hildegard Frede anlässlich des Fontane-Geburtstages ein Bild, das den Dichter bei einem Bier am Tisch vor dem Ratskeller zeigt. Auch der junge Alexander von Humboldt, der in Rheinsberg war, um sich mit der Keramik-Produktion zu beschäftigen, wurde von Hildegard Frede gemalt. Vor zwei Jahren kamen 43 Bilder, die Hildegard Frede dem Verein Stadtgeschichte zum Geschenk machte, bei einer Versteigerung unter den Hammer. Diese Werke schmücken inzwischen Hotels und Gaststätten so wie die Wohnungen. Auch das Corona-Jahr 2020 mit seinen Einschränkungen hat Hildegard Frede genutzt, um weitere Bilder zu malen. Auch diese wird der Verein Stadtgeschichte erhalten und wenn es wieder möglich ist, öffentlich versteigern. Vorher ist eine Ausstellung geplant. Hildegard Frede meint, es werde das letzte Mal sein, denn sie möchte kürzertreten. Aber, ob das so sein wird, wenn sie gesund bleibt, wer weiß? Wer die Malerin kennt und sieht, mit welcher Akribie die Bilder entstehen, dem fällt es schwer, daran zu glauben.

 
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